Erste Stromerzeugung
Das erste Kraftwerk zur Stromerzeugung in Ohlstadt befand sich bei der Bartlmähmühle und gehörte Herrn Otto Mangold aus Oberammergau.
1922 – Neues Kraftwerk
Aufgrund technischer und versorgungtechnischer Probleme beschloss die Gemeinde den Bau eines neuen leistungsfähigen Kraftwerks.
1923 – Gründung der Genossenschaft
Unter Vorstand Michael Schretter wurde die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt e. G. gegründet.
1928 – Einführung der Stromzähler
Im gesamten Ort wurden Stromzähler eingebaut und ein zusätzlicher Dieselmotor angeschafft.
1943 – Anschluss an die Isarwerke
Die EGO Ohlstadt wurde an die damaligen Isarwerke angeschlossen.
1994 – Sanierung Hochbehälter
Nach 70 Jahren Betrieb wurde der Hochbehälter aufgrund baulicher Schäden saniert.
1998 – Neue Turbine
Die erste Turbine der Firma Voit wurde durch eine leistungsstärkere Turbine ersetzt.
Seit 2013 – Zweite Turbine
Eine zweite Turbine mit 320 kW Nennleistung ist seit 2013 in Betrieb.
Erste Stromerzeugung in Ohlstadt
Das erste Kraftwerk zur Stromerzeugung in Ohlstadt befand sich bei der Bartlmähmühle und gehörte Herrn Otto Mangold aus Oberammergau. Angetrieben wurde das Kraftwerk durch ein unterschlächtiges Mühlenrad. Der erzeugte Strom diente zunächst dem Betrieb seines Sägewerks, überschüssige Energie wurde an die Gemeinde abgegeben.
Kaufüberlegungen und Probleme
Da Herr Mangold das Werk verkaufen wollte, zeigte zunächst die Gemeinde Interesse. Nach eingehender Prüfung nahm man jedoch Abstand vom Kauf, da das Wehr in der Loisach stark baufällig war und eine Sanierung als zu aufwändig galt. Zudem war das Gebiet rund um die Bartlmähmühle häufig von Hochwasser betroffen.
In den folgenden Jahren wurden außerdem die unregelmäßigen Stromlieferungen zunehmend von den Lichtabnehmerversammlungen beanstandet.
1922 – Entscheidung für ein neues Kraftwerk
Im Jahr 1922 beschloss man schließlich, ein neues und leistungsfähiges Kraftwerk zu errichten. Bürgermeister Zach beauftragte mehrere Mitglieder des Gemeinderates mit der Suche nach geeigneten Lösungen, darunter Blasius Schmid, Kaspar Gaisreiter, Pius Wittig, Xaver Daser und Georg Benedikt.
1923 – Gründung der Elektrizitätsgenossenschaft
1923 wurde unter dem Vorstand Michael Schretter die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt e. G. gegründet. Kurz darauf begann die Planung für den Bau eines neuen Kraftwerks. Die Planung der elektrischen Anlagen übernahm die Firma AEG, während Planung und Ausführung der Turbinenanlage von der Firma Voit durchgeführt wurden. Für die damalige Zeit handelte es sich um ein modernes Kraftwerk. Ein örtlicher Handwerksmeister fertigte einen Teil der Rohrleitungen, die übrigen wurden zugekauft.
Finanzierung und Bau in schwieriger Zeit
Die Finanzierung der gesamten Anlage wurde von den Mitgliedern getragen. Jeder leistete seinen Beitrag in Form von Arbeitstagen, Fuhrdiensten sowie nach Pferdestärken und Lampenzahl. Zusätzlich wurde Geld durch Holzverkauf aufgebracht. Staatliche Zuschüsse oder Kredite standen nicht zur Verfügung. Der Bau fiel zudem in die Inflationszeit, was die Umsetzung erheblich erschwerte. Außerdem mussten die Steinbrecher- und Schleifmühlenbesitzer für die Nutzung der Wasserkraft entschädigt werden.
Technische Umsetzung
Auch Spannung und Stromart waren zu dieser Zeit neuartig: Man entschied sich für Drehstrom mit 125/220 Volt. Hochspannungsseitig wurde der Strom mit 2.000 Volt nach Weichs geleitet. Der Hochbehälter liegt auf 1.000 Metern Meereshöhe und wird durch Wasser aus der Kaltwasserlaine gespeist. Über eine rund zwei Kilometer lange Leitung flossen maximal 30 Liter pro Sekunde mit einem Druck von 34 atü durch die Turbine und erzeugten 96 PS beziehungsweise 75 kW.
Stromversorgung ohne Zähler
Der Strombedarf war damals gering, da die meisten Haushalte lediglich über wenige Lampen verfügten, meist mit 15 oder 25 Watt. Zähler wurden zunächst nicht eingebaut; die Abrechnung erfolgte über eine Gebühr pro Lampe. Dieses System bestand bis 1928.
Im selben Jahr wurden im gesamten Ort Stromzähler installiert, da laut damaligem Energiegesetz nur Mitglieder mit Strom versorgt werden durften. Um auch in wasserarmen Zeiten eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, wurde zusätzlich ein Dieselmotor angeschafft.
Versorgung benachbarter Orte
Über mehr als 20 Jahre hinweg wurden auch die Gemeinde Hechendorf sowie das Hartsteinwerk am Moosberg mit Strom versorgt. Während der Kupferaktion im Zweiten Weltkrieg mussten die Leitungen jedoch wieder abgebaut werden.
1943 – Anschluss an die Isarwerke
Im Jahr 1943 erfolgte der Anschluss an die damaligen Isarwerke.
Ausbau des Ortsnetzes
Mit dem zunehmenden Stromverbrauch wurde das Ortsnetz kontinuierlich verstärkt und ausgebaut.
1994 – Sanierung des Hochbehälters
Nach rund 70 Jahren Betriebszeit zeigten sich Schäden an der Bausubstanz des Hochbehälters, weshalb dieser 1994 saniert werden musste.
1998 – Austausch der ersten Turbine
Die erste Turbine der Firma Voit wurde nach 75 Jahren Laufzeit im Jahr 1998 durch eine leistungsstärkere Turbine mit 90 kW der Tiroler Firma Geppert ersetzt.
Seit 2013 – Zweite Turbine
Seit 2013 ist eine zweite Turbine der Firma Wiegert & Bähr mit einer Nennleistung von 320 kW in Betrieb.